KOOKread: Covid 19 - Lit 20 / der Virus schreibt mit

 

KOOKread im August mit Dota Kehr, Benjamin Quaderer, Anke Stelling und Asmus Trautsch

Wir leben in Corona-Zeiten. Zwischenzeitlich hat der Shutdown sowohl das öffentliche als auch das kulturelle Leben weitestgehend lahmgelegt. Präsentations- und Verdienstmöglichkeiten für Autor*innen brachen weg, künstlerische Biografien sind existenziell gefährdet. Auch der Buchmarkt leidet unter Umsatzeinbrüchen, und Debüts erscheinen nahezu resonanzlos.
Wie gehen Künstler*innen mit der Pandemie persönlich und in ihrem Arbeitsalltag um? Wie beeinflusst es aktuell und perspektivisch ihr Selbstbild, wie kommen sie mit den Einschränkungen zurecht, welche neuen Arbeitsweisen haben sich ggf. herausgebildet, welche Unterstützungen und Formen der Solidarität erfahren oder vermissen sie, welche Ängste, Hoffnungen und Zukunftserwartungen treiben sie um?

In seinem Debütroman „Für immer die Alpen“ (Luchterhand, 2020) vermittelt Benjamin Quaderer satirische und postmodern verschachtelte Einblicke in die Lichtensteiner Finanzwelt aus der Sicht des Staatsfeinds Nr. 1. Für das Literaturhaus Graz hat er ein Corona-Tagebuch geschrieben.

Anke Stelling verhandelt in ihrem aktuellen, mit dem Preis der Leipziger Buchmesse prämierten Roman „Schäfchen im Trockenen“ (Verbrecher Verlag, 2019) Existenz- und Abstiegsängste sowie Unvereinbarkeiten von Job und Elternschaft, die sich durch Corona noch verschärft haben.

Der Philosoph und Lyriker Asmus Trautsch hat bereits in Online-Formaten spannende Diskurse über die Pandemie und ihre Lesarten, ihre Auswirkungen und Lerneffekte initiiert. Dieser Themenkreis spiegelt sich auch in seiner neuesten Lyrik wider.

Die brillante Songwriterin und studierte Medizinerin Dota Kehr, die gerade ein Album mit Texten der Dichterin Mascha Kaléko herausgebracht hat, glaubt an die Systemrelevanz von Musik und singt in Wohnzimmerkonzerten gegen den Corona-Blues.

Moderation: Josepha Conrad und Alexander Gumz.

Die Veranstaltung findet im ACUD Club statt und wird live gestreamt.

AUFGRUND DER AKTUELLEN CORONA-AUFLAGEN KÖNNEN WIR LEIDER NUR EINER BEGRENZTEN ANZAHL AN GÄSTEN EINLASS GEWÄHREN. WER LIVE DABEI SEIN MÖCHTE, MELDE SICH BITTE UNTER INFO@KOOKVEREIN.DE AN.

Eintritt: 7 € / 5 €

KOOKread – Texte, Sounds, Diskurse: Eine Veranstaltungsreihe des unabhängigen Künstler*innennetzwerks KOOK e.V.
Projektleitung: Alexander Gumz, Eric Schumacher.

Mit freundlicher Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

Präsentiert von fixpoetry und taz.
Homepage: www.kookverein.de

 

Anke Stelling, 1971 in Ulm geboren, absolvierte ein Studium am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. 2004 wurde ihr gemeinsam mit Robby Dannenberg verfasster Roman „Gisela“ verfilmt, 2010 die Erzählung „Glückliche Fügung“. Weitere Veröffentlichungen: „Nimm mich mit“ (2002, gemeinsam mit Robby Dannenberg), „Glückliche Fügung“ (2004) und „Horchen“ (2010).

Anke Stelling stand mit ihrem im Verbrecher Verlag erschienenen Roman „Bodentiefe Fenster“ (2015) auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2015. Zudem stand der Roman auf der Hotlist 2015 der unabhängigen Verlage und wurde mit dem Melusine-Huss-Preis 2015 ausgezeichnet. 2017 erschien ihr Roman „Fürsorge“ im Verbrecher Verlag. Ihr neuster Roman "Schäfchen im Trockenen" (2018) wurde mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2019 ausgezeichnet.

Im Juni 2019 erhielt sie den Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg.  

Begründung der Jury: „Anke Stellings Prosa analysiert auf hoch sensible Weise die Mittelstandsgesellschaft der Gegenwart. Ihre jüngsten Romane ‚Bodentiefe Fenster‘, ‚Fürsorge‘ und ‚Schäfchen im Trockenen‘ bilden zusammengenommen eine Trilogie moderner Gemeinschaft. Mit soziologischer Präzision stellt Anke Stelling dar, wie und mit welchen Konsequenzen heutige Bürgerlichkeit von den antibürgerlichen Werten der 68er infiziert worden ist: von dem Wunsch nach Selbstverwirklichung, lustvollem Konsum und Kreativität. Doch wo bleibt in diesem Zusammenhang die Kunst? Kann sie fröhlich mittun und doch der feinste Seismograph ihrer Zeit bleiben? Und welchen Ton hat die Literatur für ihre Erkundungen zu wählen? Diesen Fragen widmet sich Anke Stellings Arbeit: ebenso neugierig wie mitunter zornig, vor allem aber mit den eigentlichen Erkenntnisformen des Poetischen: mit Genauigkeit, Feinfühligkeit und Witz.“

 

 

11.08.2020 | 20.00 Uhr

Anke Stelling

Lesung und Gespräch (vor Ort und Livestream)

Ort
ACUD macht neu

Kunsthaus Acud
Veteranenstrasse 21
Berlin Mitte