FLEXEN. Flâneusen* schreiben Städte

Mit Nadire Yilmaz Biskin und Anneke C. Lubkowitz

Seit der Gründung 2017 ist die Lesereihe Nochnichtmehrdazwischen im Berliner Wedding beheimatet. Es ist an der Zeit, sich diesen Ort und seine Literat*innen einmal genauer anzuschauen.
Wer hier aus der U-Bahn steigt, Seestraße, Wedding oder Leopoldplatz, merkt schnell, das Leben spielt sich auf der Straße ab. In kaum einem anderen Stadtteil sind die Veränderungen, die Berlin momentan erfassen, so spürbar wie im Wedding. Es begegnen sich die unterschiedlichsten Menschen, Einwander*innenkinder in dritter Generation, Arbeiter*innenkinder in dritter Generation und Student*innenkinder in, nun ja, erster Generation. Sie trinken Tee für 1€ oder Flat White für 4,50€. Und für wieder andere scheint kein Platz mehr zu sein, diese trinken Bier für 45 Cent und hausen im Schlafsack auf dem Leo.
Wir sprechen mit zwei Literatinnen, die diesen Stadtteil kennen. Nadire Y. Biskin, auch bekannt als „die Hannah Arendt des Weddings“, lebt und arbeitet hier. Zuletzt wanderte sie durch die Straßen und beschrieb in dem Text „Borderline“, was sie sah.
Anneke Lubkowitz spaziert ebenfalls gerne und schreibt darüber. Ihr Essay „Falling through the map“ erschien bei SuKulTur und beschreibt eine Tour durch Gesundbrunnen und Wedding, für den Sammelband „Flexen. Flâneusen* schreiben Städte“, in dem auch Nadires Text „Borderline“ erschien, begab sie sich wieder auf die Reise durch den Stadtteil und auf verzweifelte Suche nach Frauennamen auf Straßenschildern. Wir wollen mit den beiden Autorinnen darüber sprechen, wie es sich in, über und mit dem Wedding lebt und schreibt. Außerdem reden wir über über das Laufen, Spazieren und Flanieren, das „Flexen“ in der Stadt.
Passend hierzu gehen auch wir diesmal auf die Straße (also fast, immerhin nach draußen, aber eher so Hinterhof). Gelesen und diskutiert wird diesmal in der Panke culture. Im Anschluss gibt’s Musik und Getränke und große Sommersause! Und Semesterferien sind auch!

Die Veranstaltung wird gefördert durch den Aktionsfonds des Quartiersmanagement Pankstraße.

Eintritt frei!

 

Zum Band:


FLEXEN. Flâneusen* schreiben Städte

Flex|en, das, – kein Pl.: 1. trennschleifen 2. biegen 3. Sex haben 4. das Variieren der Geschwindigkeit beim Rap 5. die Muskeln anspannen 6. seine Muskeln zur Schau stellen 7. Flâneuserie

In 30 verschiedenen Texten mit 30 verschiedenen Perspektiven auf Städte, alle geschrieben und erlebt von Frauen*, PoC oder queeren Menschen. Texte, die beweisen, dass das Flexen, die Flâneuserie endlich ernst genommen werden muss. Die Figuren in der Anthologie streifen durch Berlin, Paris, Jakarta, Istanbul und Mumbai. Sie erzählen uns u.a. davon, wie eine Frau mit Kinderwagen die Großstadt erlebt, eine Frau eine Großdemonstration in Dresden miterlebt, wie Flanieren in Indien schon Aktivismus bedeutet, wie sich die Geschichte in den Ort einschreibt und manchmal wird die Stadt sogar selbst zur Figur.

MIT BEITRÄGEN VON Özlem Özgül Dündar, Mia Göhring, Ronya Othmann, Lea Sauer, Mirjam Aggeler, Luna Ali, Leyla Bektaş, Nadire Y. Biskin, Sandra Burkhardt, Judith Coffey, Katia Sophia Ditzler, Kamala Dubrovnik, Simoné Goldschmidt-Lechner, Svenja Gräfen, Dinçer Güçyeter, Anna Hetzer, Halina M. Jordan, Julia Lauter, Anneke Lubkowitz, Cornelia Manikowsky, Deniz Ohde, Karin Peschka, Svenja Reiner, Andra Schwarz, Leona Stahlmann, Gerhild Steinbuch, Anke Stelling, Katharina Sucker, Sibylla Vričić Hausmann, Bettina Wilpert und einem Inter view mit Lauren Elkin.

 

12.07.2019 | 20.00 Uhr

Özlem Özgül Dündar / Ronya Othmann / Mia Göhring / Lea Sauer

Lesung

Ort
Panke

Gerichtstraße 23

13347 Berlin

Tel. 0171 7550083

www.pankeculture.com