Trigger-Warnung. Identitätspolitik zwischen Abwehr, Abschottung und Allianzen

Bei einem guten Frühstück werden Kristine Listau und Jörg Sundermeier von ihrer Arbeit als Verleger*innen des berühmt-berüchtigten Verbrecher Verlags erzählen.

Außerdem stellt Eva Berendsen (Bildungsstätte Anne Frank) die im Mai erscheinende Anthologie
"Trigger-Warnung. Identitätspolitik zwischen Abwehr, Abschottung und Allianzen" vor, die der Auftakt einer neuen Reihe im Verbrecherverlag ist.

Identitätspolitik steckt in der Sackgasse: Empowerment wird auf Gender-Sternchen und die
Vermeidung des N-Worts verkürzt. Überall sollen Minderheiten vor möglichen Verletzungen
geschützt werden – in Uniseminaren, Kunst und Mode, im Netz und bei öffentlichen Events.
Für alle, die Politik nicht mit eigener Betroffenheit belegen, schließt sich die Debatte. Wer
mit der anspruchsvollen Pflichtlektüre nicht hinterherkommt, ist raus. Die solidarische Kritik
an diesen Exzessen wird zum Dilemma in einer Zeit, in der Rechte gegen Unisextoiletten und
die »Ehe für alle« hetzen – und Linke darin »Pipi fax« oder den Aufstieg von Trump
begründet sehen. Zwischen Abwehr und Abschottung richtet der Band den Blick auf die
Fallstricke der Identitätspolitik und sucht nach Allianzen jenseits von Schuldzuweisungen und
Opferkonkurrenz.
Mit Beiträgen von Markus Brunner, Charlotte Busch, Eva Berendsen, Saba-Nur Cheema,
Sarah Elsuni, János Erkens, Leo Fischer, Lena Gorelik, Deborah Krieg, Stefanie Lohaus,
Sama Maani, Meron Mendel, Hadija Haruna-Oelker, Massimo Perinelli, Andreas Rüttenauer,
Hilal Sezgin, Gadi Taub, Tom Uhlig, Céline Wendelgaß, Bettina Wilpert und Hengameh
Yaghoobifarah.
Die Herausgeber*innen haben in der Bildungsstätte Anne Frank auf unterschiedliche Weise
mit Wohl und Wehe der Identitätspolitik zu tun. Direktor und Antisemitismusexperte Dr.
Meron Mendel wird oft von falschen Freund*innen umworben, die seine Position als
friedensbewegter Israeli für ihre Boykott-Zwecke einzunehmen versuchen. Als PR-Chefin
scheitert Eva Berendsen regelmäßig daran, die Ansprüche diskriminierungssensibler Sprache
in lesbare Texte zu gießen. Saba-Nur Cheema bringt als Leiterin der Pädagogik Rassismusund
Antisemitismuskritik unter einen Hut. Es eint die Überzeugung, dass wir raus müssen aus
unseren Komfortzonen, um dem Rechtspopulismus etwas entgegen zu setzen.

 

Um Anmeldung unter post@buechergilde-frankfurt.de wird gebeten.

26.05.2019 | 11.00 Uhr

Eva Berendsen, Saba-Nur Cheema und Meron Mendel

Matinée und Lesung

Ort
Büchergilde Buchhandlung und Galerie

An der Staufenmauer 9
60311 Frankfurt

Tel.: 069 20458