Ich bin Özlem

Im Rahmen der Deutsch-Israelischen Literaturtage vom 4. bis 8. September liest Dilek Güngör aus ihrem Roman "Ich bin Özlem".

 

Zum Buch:

»Meine Eltern kommen aus der Türkei.« Alle Geschichten, die Özlem über sich erzählt, beginnen mit diesem Satz. Nichts hat sie so stark geprägt wie die Herkunft ihrer Familie, glaubt sie. Doch noch viel mehr glaubten das ihre Kindergärtnerinnen, die Lehrer, die Eltern ihrer Freunde, die Nachbarn. Özlem begreift erst als erwachsene Frau, wie stark sie sich mit dieser Zuschreibung identifiziert hat. Aber auch wie viel Einfluss andere darauf haben, wer wir sind. Özlems Wut darüber bahnt sich ihren Weg, leise zunächst, dann allerdings, bei einem Streit mit ihren Freunden, ungebremst: Von Rassismus ist die Rede und von Selbstmitleid, von Scham und Neid, von Ausgrenzung und Minderwertigkeitsgefühlen. Ihre Geschichte will Özlem von nun an selbst bestimmen und selbst erzählen. Wie das geht, muss sie erst noch herausfinden.

Mit genauem Blick und bestechender Offenheit beschreibt Dilek Güngör, welche Kraft es kostet, sich in einer Gesellschaft zu behaupten, die besessen ist von der Frage nach Zugehörigkeit, Identität und der »wahren« Herkunft.

 

Dilek Güngör, 1972 in Schwäbisch Gmünd geboren, studierte Übersetzen in Germersheim, Journalistik in Mainz und Race and Ethnic Studies in Warwick, England. Als Journalistin arbeitete sie bei der „Berliner Zeitung“. Ihre gesammelten Kolumnen aus der „Berliner Zeitung“ und der „Stuttgarter Zeitung“ erschienen in den Bänden, „Unter uns“ und „Ganz schön deutsch“. 2007 wurde ihr Roman „Das Geheimnis meiner türkischen Großmutter“ veröffentlicht. Für das Singspiel "Türkisch für Liebhaber" an der Neuköllner Oper schrieb sie das Libretto. Zuletzt erschien ihre wöchentliche Kolumne "Weltstadt" in der „Berliner Zeitung“. Dilek Güngör ist Stellvertretende Chefredakteurin der Zeitschrift „Kulturaustausch“ und schreibt als Gastautorin Beiträge für die Zeit Online Kolumne „10 nach 8“.

 

Die Heinrich-Böll-Stiftung und das Goethe-Institut veranstalten die Deutsch-Israelischen Literaturtage seit 2005 im jährlichen Wechsel in Tel Aviv und in Berlin. Die Lesereihe will den Austausch und die Debatte zwischen Menschen beider Ländern fördern und Schriftstellerinnen und Schriftsteller zu drängenden Themen der Gegenwart sprechen lassen – durch ihr Werk und mit ihren Ansichten. „Lauter, immer lauter?“ ist das Motto der diesjährigen Literaturtage, die vom 4. bis 8. September 2019 acht Autorinnen und Autoren zur Lesung und zur Debatte über den Umgang mit Populisten und Polarisierungen versammelt. 

 

Zum Programm: https://www.goethe.de/de/uun/ver/deu.html

 

 

 

 

 

 

08.09.2019 | 13.30 Uhr

Dilek Güngör

Lesung und Gespräch

Ort
Heinrich-Böll-Stiftung

Schumannstraße 8

10117 Berlin