Ich bin Özlem

 

»Meine Eltern kommen aus der Türkei.« Alle Geschichten, die Özlem über sich erzählt, beginnen mit diesem Satz. Nichts hat sie so stark geprägt wie die Herkunft ihrer Familie, glaubt sie. Doch noch viel mehr glaubten das ihre Kindergärtnerinnen, die Lehrer, die Eltern ihrer Freunde, die Nachbarn. Özlem begreift erst als erwachsene Frau, wie stark sie sich mit dieser Zuschreibung identifiziert hat. Aber auch wie viel Einfluss andere darauf haben, wer wir sind. Özlems Wut darüber bahnt sich ihren Weg, leise zunächst, dann allerdings, bei einem Streit mit ihren Freunden, ungebremst: Von Rassismus ist die Rede und von Selbstmitleid, von Scham und Neid, von Ausgrenzung und Minderwertigkeitsgefühlen. Ihre Geschichte will Özlem von nun an selbst bestimmen und selbst erzählen. Wie das geht, muss sie erst noch herausfinden.

Mit genauem Blick und bestechender Offenheit beschreibt Dilek Güngör in ihrem Roman "Ich bin Özlem", welche Kraft es kostet, sich in einer Gesellschaft zu behaupten, die besessen ist von der Frage nach Zugehörigkeit, Identität und der »wahren« Herkunft.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Verbrecher Versammlung.
Jeden dritten Dienstag im Monat (und zu besonderen Anlässen) lädt der Verbrecher Verlag zur Verbrecher Versammlung in die FAHIMI Bar (fahimibar.de) in Kreuzberg ein. Dort wird gelesen, getrunken und diskutiert.

04.06.2019 | 20.00 Uhr

Dilek Güngör

Lesung

Ort
Fahimi

im 1. OG

Skalitzer Str. 133

10999 Berlin