Eine Tonne für Frau Scholz

 

"3 Zimmer, Küche, Bad" - Themenwoche Wohnen in Berlin Di 12.2. 19:30 Uhr 7 € / erm. 4 €

Wenn sich Mietpreisbremse und Milieuschutz als Tiger mit Zahnschmerzen erweisen und die Ateliersuche zum Fulltime-Job für Künstler*innen wird, lohnt sich die Frage nach der aktuellen Arbeitssituation Berliner Schriftsteller*innen. In der Themenwoche »Wohnen in Berlin« stellen wir Fragen nach Leben und Arbeiten in unserer Stadt.

Den Auftakt machen Sarah Schmidt und Katharina Greve mit ihrem Programm »3 Zimmer, Küche, Bad«, das in ungewöhnlicher Verbindung von Comic und Roman neue Blickwinkel auf Literatur schafft. Als Crossover-Abend aus geschriebener und gezeichneter Erzählung setzen sich die beiden charmant, komisch, tragisch und erhellend mit einer der wichtigsten sozialen Fragen unserer Zeit auseinander: Wie wollen wir zusammenleben? Sarah Schmidt liest aus in ihrem Roman »Eine Tonne für Frau Scholz«, der von den Bewohnern eines Altbaus in Berlin erzählt. Katharina Greve beamt ihren Comic »Das Hochhaus – 102 Etagen Leben« auf die Leinwand und leiht den Figuren ihre Stimme.

Sarah Schmidt »Eine Tonne für Frau Scholz« Verbrecher Verlag, 2017
Katharina Greve »Das Hochhaus« avant-verlag, 2017

 

https://literaturhaus-berlin.de/programm/3-zimmer-kueche-bad

 

Zu dem Buch:

Nina Krone wohnt im letzten unsanierten Mietshaus der Gegend, klar, dass man hier noch mit Kohle heizt. Und keiner der Nachbarn ist unter 50 Jahre alt. Eines Tages kann sie es nicht mehr ertragen, das Leiden an der Welt, das ihre Nachbarin, Frau Scholz, vor sich herträgt. Um ihr demonstratives Schnaufen beim Kohleschleppen nicht mehr mit ansehen zu müssen, beginnt sie damit, ihr jeden Tag einen Eimer Briketts vor die Tür zu stellen. Das freut Frau Scholz zuerst gar nicht, doch dadurch kommen sie ins Gespräch …

 

Auch Nina hat ihr Päckchen zu tragen: Ihre Arbeit frustriert sie, ihr Chef wird immer seltsamer und ihre Freunde, tja, da gibt es nicht viele. Sie steckt in einer Sinnkrise, und zu allem Überfluss konfrontiert ihr Sohn Rafi sie mit der Nachricht, dass er und sein Freund zusammen mit einem lesbischen Pärchen ein Kind bekommen möchten. Ihre Tochter Ella wiederum wirkt so diszipliniert und nur auf ihr berufliches Fortkommen fixiert, geradezu unheimlich ...

 

Sarah Schmidts Roman erzählt von einer Freundschaft zwischen den Generationen und von einer Familie, die aus den Fugen gerät. Ihre lebensnahen Schilderungen und Dialoge sind – wie immer – voller Komik und doch ganz ernst.

 

Sarah Schmidt lebt in Berlin. Seit Mitte der neunziger Jahre ist sie freie Autorin und hat mehrere Bücher veröffentlicht. Im Verbrecher Verlag sind erschienen: „"Dann machen wir´s uns eben selber“" (Roman), "„Bad Dates“" (Erzählungen), "Bitte nicht freundlich" (Erzählungen) und zuletzt 2014 den Roman "Eine Tonne für Frau Scholz", der auf der »Hotlist« der unabhängigen Verlage stand – und damit zu den zehn besten Büchern des Jahres gehörte.

 

 

12.02.2019 | 19:30 Uhr

Sarah Schmidt

Lesung

Ort
Literaturhaus Berlin

Fasanenstr. 23

10719 Berlin

www.literaturhaus-berlin.de