»Am Anfang war die Information« Digitalisierung als Religion

»Am Anfang war die Information« Digitalisierung als Religion

Robert Feustel
Broschur, 200 Seiten
Preis: 19,00 €
ISBN: 9783957323699


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Auch als E-Book in allen einschlägigen Stores erhältlich (Epub / Mobipocket, 12,99 €).

 

Alternative Fakten? Wie konnte es passieren, dass Gerücht, Lüge, Fakt und Wahrheit ununterscheidbar wurden?

Robert Feustel untersucht die Wissensgeschichte von der Industrialisierung bis zur Digitalisierung und zeigt, wie im sogenannten Informationszeitalter ebenjene „Information“ zum Heiligen Geist mutierte und den Unterschied zwischen Wahrheit und Lüge einebnet: Hauptsache sie zirkulieren möglichst reibungslos und in Echtzeit. Schließlich gerät auch das Bild des Menschen in den Sog der Digitalisierung. Was unterscheidet das menschliche Denken vom prozessierenden Computer?

Messerscharf werden hier Kulturtheorien und gottähnliche Strukturwahrnehmungen skalpiert (darum auch der Untertitel). Das ist nicht nur wissenschaftlich fundiert, das ist auch philosophisch gut argumentiert und belegt. Eine ganz klare Leseempfehlung meinerseits. Und wenn die Langweiler hier nur eine Kulturgeschichte eines Begriffes lesen wollen – sollen sie doch. Robert Feustel legt ein beherztes, ausgereiftes Plädoyer vor, für eine Welt die reflektierter mit ihren zentralen Begriffen umgeht.

F.E.B.M.E. Kupferschmied / Book Gazette

 

Die neue Illusion vom allein Informationen verarbeitenden Menschen reduziere ihn auf sein Gehirn und übergehe Gefühle, Intuition, Vorstellungskraft und alles Seelische. Das gehe nicht ohne Kollateralschäden ab, stellt Robert Feustel fest.

Bodo Morshäuser / Deutschlandfunk Kultur

 

Sein überaus wertvolles Bändchen bringt uns nicht nur Shannon näher, eine der Schlüsselfiguren unserer digitalen Welt, sondern bietet auch eine Fülle weiterer Verweise, von Jacques Lacan über Niklas Luhmann bis zu Sascha Lobo. Fake News, Filterblasen und Echtzeithype sind gar keine so neuen Phänomene. Feustel zeigt, dass derlei quasireligiöse Phänomene von Anfang an mit dem Informationsbegriff einhergehen.

Timo Daum / junge Welt

 

Feustels Essay ist weit von Technikfeindlichkeit entfernt. Es geht darum, das inflationäre Reden über die Information, die in unserer Gesellschaft längst Fetischcharakter erlangt hat, ideologiekritisch anzuleuchten und sich – so Feustel – nicht von der »philosophischen Großspurigkeit der Kybernetik« an der Nase herumführen zu lassen.

Florian Schmid / neues deutschland

 

Für den Politikwissenschaftler Robert Feustel allerdings nehmen wir das viel zu selbstverständlich an. Denn genau dieser Glaube an die Kraft der Information bewirke, dass wir immer schlechter zwischen Fakten und Lügen unterscheiden – und damit unsere Demokratien gefährden.

Robert Feustel im Gespräch mit dem Deutschlandfunk Kultur

 

Diese KI rechnet wahnsinnig schnell, aber sobald Zwischentöne wie Ironie und Sarkasmus ins Spiel kommen, begreift sie schlicht nichts mehr. Ich finde es plausibel, dass wir einmal genau solche Apparate haben werden. Es kommt nicht bald die KI, die gescheiter ist als der Mensch, da können wir uns meiner Meinung nach sehr entspannt zurücklehnen.

Robert Feustel im Gespräch mit dem Tagesanzeiger

 

Mit popkulturellen Bezügen geht er dem Kult hinter dem „Konzept Information“ auf den Grund und analysiert die Unschärfe des Informationsbegriffs, der im Zuge der Digitalisierung laut Feustel eine neutrale und objektive Kontur bekam.

Paul Hafner / Buchkultur

 

Informationstheoretisch ist ein Gerücht auch eine Information. Donald Trump etwa twittert jeden Tag Dinge, die sich als haltloses Gerücht oder glatte Lüge erweisen. Im Kontext massenmedialer Zirkulation sind es dennoch zunächst Informationen, die im Moment ihrer Verbreitung einen Machteffekt auslösen (mindestens bei seiner Basis).

Robert Feustel im Interview mit heise.de

 

Feustel [gelingt] eine beeindruckende Analyse der Zeitgeschichte von der Dampfmaschine bis zu Rechenmaschine und Hyperfrequenzhandel der Börsen

Hobohms "Library and Information Science" Blog


Und es tut gut, dass der Autor Thesen in Frage stellt, die viele einfach hinnehmen: etwa die, dass der Computer die Gesellschaft in gleichem Maße umwälzte, wie es erst die systematische Landwirtschaft und dann die Industrialisierung taten. Das macht Am Anfang war die Information zu einer interessanten, informativen und – wer hätte das bei diesem Thema gedacht? – erfrischenden Lektüre.

Jakob Rondthaler / Goethe Institut

 

 

Wer nur genug Informationen über Dinge, Menschen und Entwicklungen hat, kann sie durchdringen, vorhersehen und wirksam beeinflussen, so ein verbreiteter Glaube in der Informationsgesellschaft. Für den Politikwissenschaftler Robert Feustel allerdings nehmen wir das viel zu selbstverständlich an. Denn genau dieser Glaube an die Kraft der Information bewirke, dass wir immer schlechter zwischen Fakten und Lügen unterscheiden – und damit unsere Demokratien gefährden.

Robert Feustel im Gespräch mit dem Deutschlandfunk Kultur