Minibar

Minibar

Kolja Mensing
Broschur, 144 Seiten
Preis: 13,00 €
ISBN: 9783935843812


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Die Figuren in „Minibar“ haben auch mit Mitte Dreißig noch das Gefühl, ganz am Anfang zu stehen. „Es war doch zu wenig passiert“, stellt ein junger Mann in der Erzählung „Aspirin“ ernüchtert fest. Sein Lebenslauf ist nichts wert, nicht einmal im Bett: „Und so erzählten wir uns nachts, wenn wir miteinander geschlafen hatten und wach lagen, gegenseitig die traurigsten Geschichten aus unserem Leben. Sie schlug mich dabei um Längen.“ Nach „Wie komme ich hier raus?“, seinem autobiografischen Essay über das Aufwachsen in der Provinz, beschreibt der Kritiker und Filmemacher Kolja Mensing, Jahrgang 1971, in seinem literarischen Debüt „Minibar“ erneut Alltagssituationen. Doch die Protagonisten seiner kurzen und streng durchkomponierten Erzählungen leben in der Großstadt. Sie wohnen in renovierten Altbauwohnungen und anonymen Hotelzimmern, treffen sich auf der Dating-Line zum schnellen Sex und flüchten sich vor der schweren Last der Zufriedenheit in die zerbrechliche Welt der eigenen Kindheit. „Kolja Mensing erzählt Geschichten, übrigens mit beachtlicher literarischer Potenz, und entkommt durchgängig souverän der Gefahr der billigen Häme wie auch der Nostalgie.“ Jochen Schimmang

Konferenznomaden, Tagungshotels, Warteschleifen: Selten findet man soviel Gegenwart in so wenig Text. Mensings Minibar enthält poetische Stenogramme aus unseren Transiträumen. Minidramen ganz ohne Theater – die schönsten Storys der Saison.
Stephan Maus / Stern

In kurzen, lakonischen und sorgsam komponierten Geschichten beschreibt er die Schwierigkeiten heutiger 30-Jähriger, erwachsen zu werden. Bei Kolja Mensing kann man sehen, dass der Trend zur Kurzgeschichte mit einer neuen literarischen Sensibilität einhergeht.
Thomas Meininger / Spiegel online

Ohne Kommentar, nüchtern wie eine Zeitungsmeldung schildert Mensing den kleinbürgerlichen Traum – aber die Enge steckt in jedem Wort. Der Kleinbürger ist bei Mensing keine gesellschaftliche Schicht, über die er sich lustig macht, sondern eine Seinsform jedes Erwachsenen, die unheilvolle Liaison von Beruf, Familie und Eigenheim. Sobald klar wird, dass man nichts mehr zu erwarten hat, legt man sich eben ein Hobby zu, interessiert sich für Archäologie oder Geschichte. Und dann? Nichts. Höchstens noch ein kurzer Schwindel, wenn der Abgrund der inneren Leere doch mal aufscheint. Aber man reißt sich zusammen und sagt: „Uns geht es gut.“ Und wegen des Schwindels geht man zum Arzt.
Jean-Michel Berg / Tagesspiegel

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